aqua_13_3-4_2008_120
aqua_12_2_2007-120
banner02

Lese-TIPPS

Hier werde ich künftig Artikel vorstellen, die mir gut gefallen haben,

weshalb ich die Besucher meiner Homepage darauf aufmerksam machen möchte.

mi_meerestiere_250datz_10_06Biol_unsere_Zeit_4-200602

 

Pervagor_290906

Pervagor nigrolineatus

Oktober 2006

datz_10_06_gerade

Schneidewind, F. (2006):

Pomacanthus imperator: “Der Kaiser” - ein Portrait. DATZ 59(10), 6 - 11.

Der Imperator-Kaiserfisch ist nicht nur der populärste Vertreter seiner Familie, sondern zweifellos auch einer der schönsten Korallenfische überhaupt - Grund genug, die Art einmal “monografisch” und in ihrer ganzen Pracht vorzustellen.

So lautet die Einleitung des Autors. Ein Anspruch der in dem vorliegenden Aufsatz erfüllt wurde, denn es findet sich alles an Informationen, was derzeit interessant und lesenswert zu Pomacanthus imperator ist. Neben der detaillierten Beschreibung der Farbumwandlung und ihrem Sinn verwendet der Autor ebenfalls viele Zeilen auf das Thema Geschlechtsmerkmale. Selbstverständlich fehlen auch aquaristische Daten nicht und ich kann mich Frank Schneidewind nur anschließen, wenn er dort formuliert, dass es zu diskutieren sei, ob Pomacanthus imperator nicht besser im Meer verbleibt als in einem Aquarium. Eine besondere Erwähnung soll noch dem Bildmaterial gewidmet werden, dass nicht nur qualitativ exzellent ist sondern auch viele beeindruckende und seltene Aufnahmen aus dem Leben des Imperatoren zeigt.


Moosleitner, H. (2006):

Seifenbarsche. DATZ 59(10), 22 - 24.

Seifenbarsche oder Seifenfische stehen den Zackenbarschen (Serranidae) nahe und werden von manchen Autoren als Unterfamilie (Grammistinae) zu den Serraniden gestellt. Allgemein gilt jedoch heute die Meinung, dass es sich um eine eigene Familie (Grammistidae) handelt.

Dieser Beitrag enthält alles Wichtige, was es über Seifenbarsche in einem Überblick zu behandeln gilt. So findet sich gleich zu Anfang die Erklärung des deutschen Namens und warum Seifenbarsche nur in einem Artaquarium zu pflegen sind. Die Gefräßigkeit der Fische wird ebenso behandelt wie ihre Lebensweise. Detailliert wird der schön gefärbte und des Öfteren angebotene Grammistes sexlineatus und der im Roten Meer endemische Diploprion drachi vorgestellt.



Biol_unsere_Zeit_4-2006_gerade02

Wickler, W. (2006):

Denk-Übungen in Sachen Mimikry. Biologie in unserer Zeit. 36(4), 216 - 223.

Ein Jahr nach Charles Darwins Buch über die natürliche Selektion beschrieb Henry Walter Bates 1860 das Phänomen Mimikry. Es bietet - wie Sir Ronald Fisher schon 1927 zeigt - die klarsten Beispiele für natürliche Selektion. Doch wird eben dies bis heute auch bestritten. Damit liefert das Thema Mimikry Musterbeispiele für Wissensverzicht zur Pflege verfasster Meinungen.

Wolfgang Wickler, einer der bekanntesten deutschen Verhaltensphysiologen, beschrieb bereits 1965 die Biologie und Ethologie von Ecsenius bicolor. Noch heute forscht er am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie in Seewiesen. Derzeit befasst er sich mit dem Thema: Intelligenzleistungen von so genannten “niederen” Tieren.

Sein Artikel ist fesselnd und die Seiten lesen sich zügig und gut verständlich. Sein Beitrag enthält Themen wie die Ursache und Wirkung des Mimikry oder Mimikry in der Kulturlandschaft. Das Thema wird nicht basierend auf Beispielen aus dem Korallenriff behandelt, sondern nach Erscheinungen im gesamten Tier- und Pflanzenreich.

Januar 2007

aqua_12_2_2007_20002

Clark, E. & S. N. Kogge & D. R. Nelson & T. K. Alburn & Pohle, J. F. ( 2006):

Burrow distribution and diel behavior of the coral reef fish Pholidichtys leucotaenia (Pholidichthyidae). aqua 12(2), 45-82.

Zusammenfassung des Beitrages in der aqua:

Wir untersuchten das Verhalten von Pholidichthys leucotaenia verschiedener Altersstufen über Korallenriffen in drei Gebieten ihres Vorkommens: Salomon-Inseln (Inseln Russell und Florida), Papua-Neuguinea (Provinz Milne Bay) und Borneo, Malaysia (Mabul, Kapalai und Sipadan). Dabei verwendeten wir ferngesteuerte Videokameras mit Aufnahmezeiten von bis zu 55 Stunden, um das Verhalten der erwachsenen Tiere (bis 57 cm TL = Gesamtlänge) vor den Eingängen zu ihren Höhlen aufzuzeichnen. Mit Hilfe von speziellen Video-Endoskopen konnten wir auch Einblick in das Innere der Höhlen gewinnen. Die Larven im Dottersackstadium (6-7 mm TL) und die Jungtiere, die sich von Plankton ernähren (7-11 mm), leben ortsgebunden. In der Morgendämmerung kamen die jungen Tiere in Schwärmen zu Dutzenden bis Tausenden aus den Höhlen heraus. Die Larvenschwärme blieben in der Nähe der Eingänge, während die Jungfische ausschwärmten, um Plankton zu erbeuten. Die jungen Tiere ähneln den sympatrischen giftigen Welsen Plotosus lineatus (Plotosidae) nach Erscheinungsbild und unverwechselbarem Schwarmverhalten. Tagsüber reinigten und pflegten die erwachsenen Pholidichthys leucotaenia ihre Höhlen, indem sie Sand und Korallenbruchstücke vor den Ausgang brachten und dort ausspuckten. In der Abenddämmerung zogen sich die Larven und Jungfische zusammen mit zwei, drei Erwachsenen in ihre Höhle zurück. Nachts kamen sie nie heraus. Die Larven und Jungtiere hingen in Trauben von der Decke herab, angeheftet mit einem Schleimsekret, das sie aus Kopfdrüsen ausscheiden; sie wurden von den erwachsenen Tieren oft ins Maul aufgenommen, blieben dabei aber offenbar unverletzt. Die Ernährungsgrundlage der erwachsenen P. leucotaenia ist nach wie vor unbekannt. Eine unbeschriebene Muschelart der Galeommatidae lebt in den Höhlen, dient aber offensichtlich nicht als Nahrung. Die Exemplare, die wir im Labor (im Mote Marine Laboratory) mit Standardfischfutter aufgezogen haben, zeigten während ihrer Entwicklung zum erwachsenen Tier starke Unregelmäßigkeiten bei den Farbmustern.

Ph1-2_pholidichthys_leucotaenia_1809050202

Die vorliegende Arbeit zur Aalgrundel Pholidichthys leucotaenia enthält meiner Ansicht nach alles, was zu dieser Art bislang interessantes beobachtet und publiziert wurde.Aber auch in dieser Arbeit ist das letztendliche Verwandtschaftverhältnis der Familie Pholidichthyidae immer noch nicht eindeutig geklärt. Es bleibt diesebezüglich also spannend. Wer sich mit Aalgrundeln befasst, wird um diese Publikation nicht herum kommen.

August 2007

aqua_12_4_2007_20002

Bleher, H. & K. N. Stölting & W. Salzburger & Meyer, A. ( 2007): Revision of the Genus Symphysodon Heckel, 1840 (Teleostei: Perciformes: Cichlidae) based on molecular and morphological characters. aqua 12(4), 133-174

Zusammenfassung des Beitrages in der aqua:

Eine Untersuchung der Discus-Gattung Symphysodon zeigte, dass drei Arten gültig sind: S. discus Heckel, 1840 (Synonym: S. discus willischwartzi Burgess, 1981); S. aequifasciatus Pellegrin, 1904 (Synonyme: S. discus var. aequifasciata Pellegrin, 1904; S. aequifasciata aequifasciata sensu Schultz, 1960, S. Discus Tarzoo - sic - Lyons, 1960); sowie S. haraldi Schultz, 1960 (Synonyme: S. aequifasciata haraldi Schultz, 1960; S. aequifasciata axelrödi Schultz, 1960). Die vorliegende Revision basiert auf DNA-Sequenzierungen partieller mitochondrialer Kontrollabschnitte bei 48 Exemplaren von Symphosodon von 20 verschiedenen Fundorten im mittleren und unteren Amazonasbecken, bei denen sich drei genetisch getrennte Kladen der Gattung Symphysodon zeigten. Eines dieser genetischen Cluster umfasst Exemplare, die morphologisch der zuerst beschriebenen Discus-Art entsprechen: S. discus, aber auch Exemplare, die S. haraldi und Naturhybriden aus S. discus x S. haraldi ähnlich sind. Dies deutet darauf hin, dass entweder die Klade „discus" zumindest teilweise aus Hybriden besteht oder dass sich in dieser Klade unabhängig ebenfalls ein „haraldi”-Phänotyp entwickelt hat (bzw. erhalten blieb). Die anderen beiden Kladen werden von den bekannten Formen von S. aequifasciatus bzw. S. haraldi gebildet.
Die Diagnosen der drei Arten wurde durch umfangreiche Freilandstudien während der letzten 40 Jahre abgesichert. Dazu gehörten Untersuchungen der Verteilungsmuster und die Dokumentation von Anpassungen der drei Arten an unterschiedliche Gewässertypen mit distinkten chemischen Parametern. Hinzu kommt, dass zwei der drei Arten (S. discus und S. aequifasciatus) gut unterscheidbare Grundfarben und Farbmuster aufweisen. Die Vertreter dieser beiden Arten besitzen jeweils neun senkrechte Streifen, aber bei S. discus sind der erste, besonders aber der fünfte und neunte Streifen besonders auffällig und/oder breit. Bei S. aequifasciatus hingegen sind die neun Streifen typischerweise gleich breit; außerdem lässt sich diese Art an ihren rostbraunen bis dunkelroten verstreuten Flecken erkennen, von denen nur wenige vorhanden sein können, die sich aber auch über den gesamten Körper erstrecken können oder in seltenen Fällen gar rote Linien aus Flecken bilden oder auf den Analflossenbereich beschränkt sind.
Die dritte Art (S. haraldi) kann die unterschiedlichsten Farben und Muster zeigen. Die Zahl der senkrechten Streifen kann stark variieren (8 bis zu 16), und die Streifenbreite kann ganz unterschiedlich sein, von breit bis sehr schmal. Diese Art ist von den anderen beiden gut zu unterscheiden (die Hybriden zwischen S. haraldi x S. discus unberücksichtigt).

Sue1-1_Discus_spp_240607


Im zentralen und unteren Amazonasbecken wurden die geografische Verteilung der drei Arten eingehend untersucht: am westlichen Amazonas nahezu in allen Nebenarmen des Solimões und des Marañon bis Iquitos und im östlichen Teil des Amazonas in den meisten Nebenflüssen des Amazonas bis hin zur Mündung.
Die gültigen Namen der drei Arten sind: S. discus - Heckel-Discus; S. aequifasciatus - Grüner Discus; und S. haraldi - Blauer Discus. Bei dem im Aquarienhandel üblichen Namen „Brauner" oder „Gewöhnlicher Discus" handelt es sich um dieselbe Art wie beim „Blauen Discus". Nur bei S. aequifasciatus zeigt sich eine Übereinstimmung zwischen genetischen und morphologischen (Farb-) Merkmalen; hingegen sind einige Exemplare, die man phänotypisch S. haraldi zuordnen würde, genetisch gesehen zur Klade S. discus zu zählen. Nur durch weitere Untersuchungen mit Hilfe von radioaktiven DNA-Markern wird man die Evolution der phänotypisch uneinheitlichen S. „discus”-Klade klären können.
.

[Home] [Seitennews] [Aktuelles] [aqua] [aquageo] [Fragen - Antworten] [Lese-TIPPS] [Literatur] [Naturefood] [Partner] [Publikationen] [Shop] [Impressum]

nautilus_aquaristik_20002
aquanet_TV
Vierke_Fischverhalten_Logo_200
nav_logo_ulm03
dedenet
Meerwasseraquarianer_200
Vierke_Weltreisen_Fische_200
petnet-logo-member
DATZ_header_200
wikimedia-button
get_adobe_reader
partnerlogo_amazon
Bleher-20002
aquanetlogo-pg1
naturefood_logo0302
earth-wdf_200
leo