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 Karbonathärte ( KH-Wert)

(1 Thema)

Frage (29. September 2006):

Vor einiger Zeit habe ich meinen Kalkreaktor gereinigt und mit neuem Korallenbruch gefüllt. Dananch lief das Gerät nicht mehr korrekt, was ich bedauerlicher Weise erst vor Kurzem bemerkt habe.
Ich habe jetzt einen KH- Wert von 4° , wobei der Calciumgehalt mit 420 mg/l bestimmt wurde.
Wie kann ich den KH- Wert anheben?
Als ich das Aquarium in Betrieb nahm, hatte ich das gleiche Problem:

Calciumgehalt 450 mg/l

KH- Wert von 4°.

Damals sollte ich dem Aquarienwasser Natriumhydrogencarbonat zugeben.
Ich habe noch etwas von dem Pulver. Können Sie mir sagen, wieviel ich dosieren soll und wie ich es anzuwenden habe?
 

Antwort:

Es hat sich als sinnvoll erwiesen, Natriumhydrogencarbonat in Kombination mit Calciumchlorid zu dosieren. Das Verhältnis dabei beträgt wie folgt: 77 Teile einer Calciumchlorid-Lösung und 72 Teile einer Natriumhydrogencarbonat-Lösung. (Pawlowski- oder Balling-Methode)

Es werden 77g / l Calciumchlorid-6-Hydrat und 72 g/l Natriumhydrogenkarbonat in getrennten Gefäßen mit Osmose- oder destilliertem Wasser in Lösung gebracht und anschließend zu gleichen Teilen dem Aquarienwasser zugesetzt. Die beiden Lösungen dürfen nicht in einem Gefäß angesetzt werden, da es dann zu Ausfällungen kommt.

Die Lösungen werden in kleinen Mengen (z. B. Dosierungen zu 100 ml) dem Aquarium zugegeben. Danach immer wieder den KH-Wert überprüfen, bis sich dieser auf einen KH 8° eingestellt hat. Dies kann dauern und darf keinesfalls zu schnell durchgeführt werden, da sich der rasche Wechsel auf die Tiere negativ auswirken könnte.

ACHTUNG! Auch den Caliumgehalt messen. Wenn dieser über 450 mg/l steigt, pausieren.

Es gäbe auch die Möglichkeit, die Karbonathärte über 6 Teile Natriumhydrogencarbonat (NAHCO3) - auch als Natron bezeichnet - und 1 Teil Natriumkarbonat (Na2CO3) - auch als Soda bezeichnet - einzusetzen. Dadurch wird die Karbonathärte ebenfalls rasch angehoben und der pH-Wert auf etwa 8.4 stabilisiert. Aber aufgepasst: es werden auch große Mengen an Natrium zugeführt.

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 Calcium / Kalzium

(1 Thema)

Frage (24. August 2006):

Ich besitze ein 200 Liter Meerwasseraquarium, bei dem es mir nicht möglich ist, sowohl den Calciumgehalt als auch die Konzentration des Magnesium in den üblichen Bereich von rund 400 mg/l (für Calcium) und rund 1300 mg/l (für Magnesium) aufrechtzuerhalten.

Vor ungefähr einem Monat hatte ich bemerkt, dass der Calciumgehalt bei rund 200 mg/l und der Magnesiumwert bei rund 800 mg/l war. Ich habe dann Kalkwasser eingesetzt und etwas später Calciumchlorid. Leider konnte ich mit beiden Methoden nicht das erhoffte Resultat erzielen. Eine Woche später stellte ich fest,  dass der Korallensand des Aquariums verbacken und hart wie Beton war. Ich habe ihn darauf hin entfernt und lediglich eine Schicht unter dem Aufbau, der aus Lebenden Steinen besteht, zurück gelassen. Am folgenden Tag war der Calciumgehalt auf einen Wert von 300 mg/l gestiegen, der Magnesiumgehalt hatte sich auf  900mg/l eingependelt. Diese Werte von mir dadurch erreicht, in dem ich täglich 15 ml C-Balance benutze und das verdunstete Wasser durch Kalkwasser ersetze. Leider haben sich die Werte seither nicht mehr geändert und auch ein regelmäßig durchgeführter Wasserwechsel blieb erfolglos. 

Die Wasserwerte sind: Nitrit 0 mg/l, Nitrat 0 mg/l, Phosphat 0.1 mg/l, KH 11° , Calcium 340 mg/l, Magnesium 900 mg/l, Salinität 1.023, pH-Wert:  morgens 8.3 und abends 8.5, Temperatur  26 °C.

Antwort:

Zunächst möchte ich auf einen Beitrag von Paul Müller verweisen, der unter folgendem Titel erschienen ist:

Müller, P. (2001): Stichwort „Magnesium“ – Zur Bedeutung in der Korallenriff-Aquaristik. 35(5), 39-44 da_05_01

Hier finden sich viele Informationen über den Zusammenhang von Magnesium und Calcium und die damit verbundenen etwaigen Probleme. Sehr interessant ist die folgende Formel, die es ermöglicht, den Magnesiumgehalt zuverlässig zu erhöhen:

Zunächst wird der Magnesiumgehalt des Aquarienwassers ermittelt. Liegt er unter 1300 mg/l sollte er gezielt erhöht werden. Zur Berechnung der dazu benötigten Menge des jeweiligen Magnesiumsalzes sind folgende Formeln anzuwenden:

AxBx0,00124=C

AxBx0,0073=D

In den Formeln bedeuten:

A = fehlende Menge an Magnesium im Aquarienwasser in mg/l;

B = Aquarienvolumen in Liter;

C = nachzudosierende Menge an Magnesiumsulfat-Heptahydrat in g;

D = nachzudosierende Menge an Magnesiumchlorid-Hexahydrat in g.
 

Misst man z. B. 1100 mg Magnesium/l in einem Aquarium das 600 Liter Wasser enthält, so muss man 200 x 600 x 0,00124 = 148,8 g Magnesiumsulfat-Heptahydrat und 200 x 600 x 0,0073 = 876 g Magnesiumchlorid-Hexahydrat zugeben. Die benötigte Menge der Magnesiumsalze wird dann in Osmosewasser gelöst (maximale Löslichkeit ca. 1500 g Salz auf 1 Liter) und über mehrere Tage verteilt dem Aquarienwasser zugegeben. Dies kann über die Dosierautomatik zum Nachfüllen des verdunsteten Wassers geschehen.


Eine weitere Möglichkeit Magnesium nachzudosieren, besteht durch einen „Kalkreaktor". Durch Zugabe von Dolomitgestein in den Kalkreaktor kann gelöstes Magnesium produziert werden. Dolomit besteht aus Calcium-Magnesiumcarbonat.

Weiterhin war Paul Müller so freundlich die Frage wie folgt zu beantworten:

Bei so geringer Magnesiumkonzentration kommt es erfahrungsgemäß häufig zum Calcium-Abfall, durch Ausfällung von Calcium-Karbonat ( Verfestigt dann den Bodengrund).

Mein Vorschlag:

a) Magnesium mit Magnesiumchlorid-Hexahydrat ( benötigte Menge ausrechnen, ich schätz mal, dass etwa 1,5 kg notwendig sind!) auf ca. 1350 mg/l erhöhen.
b) Dichte erhöhen. Oft stimmen die Dichte-Werte nicht, wenn mit einer Spindel gemessen wird. Ich würde auf 1,025 gehen.
c) Falls immer noch zu geringer Calcium-Wert, diesen mit Kalziumchlorid-Dihydrat erhöhen auf ca. 420 mg/l.
d) KH auf ca. 6 bis 8 abfallen lassen.

Der pH-Wert sollte dann auch etwas abfallen, was die Ausfällung von Calcium verhindert.

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