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Bezugspreis für aqua 4 Ausgaben: 75,00

aqua ,12(4)

Bleher, H. & K. N. Stölting & W. Salzburger & Meyer, A. ( 2007): Revision of the Genus Symphysodon Heckel, 1840 (Teleostei: Perciformes: Cichlidae) based on molecular and morphological characters. aqua 12(4), 133-174

Zusammenfassung:

Eine Untersuchung der Discus-Gattung Symphysodon zeigte, dass drei Arten gültig sind: S. discus Heckel, 1840 (Synonym: S. discus willischwartzi Burgess, 1981); S. aequifasciatus Pellegrin, 1904 (Synonyme: S. discus var. aequifasciata Pellegrin, 1904; S. aequifasciata aequifasciata sensu Schultz, 1960, S. Discus Tarzoo - sic - Lyons, 1960); sowie S. haraldi Schultz, 1960 (Synonyme: S. aequifasciata haraldi Schultz, 1960; S. aequifasciata axelrödi Schultz, 1960). Die vorliegende Revision basiert auf DNA-Sequenzierungen partieller mitochondrialer Kontrollabschnitte bei 48 Exemplaren von Symphosodon von 20 verschiedenen Fundorten im mittleren und unteren Amazonasbecken, bei denen sich drei genetisch getrennte Kladen der Gattung Symphysodon zeigten. Eines dieser genetischen Cluster umfasst Exemplare, die morphologisch der zuerst beschriebenen Discus-Art entsprechen: S. discus, aber auch Exemplare, die S. haraldi und Naturhybriden aus S. discus x S. haraldi ähnlich sind. Dies deutet darauf hin, dass entweder die Klade „discus" zumindest teilweise aus Hybriden besteht oder dass sich in dieser Klade unabhängig ebenfalls ein „haraldi”-Phänotyp entwickelt hat (bzw. erhalten blieb). Die anderen beiden Kladen werden von den bekannten Formen von S. aequifasciatus bzw. S. haraldi gebildet.
Die Diagnosen der drei Arten wurde durch umfangreiche Freilandstudien während der letzten 40 Jahre abgesichert. Dazu gehörten Untersuchungen der Verteilungsmuster und die Dokumentation von Anpassungen der drei Arten an unterschiedliche Gewässertypen mit distinkten chemischen Parametern. Hinzu kommt, dass zwei der drei Arten (S. discus und S. aequifasciatus) gut unterscheidbare Grundfarben und Farbmuster aufweisen. Die Vertreter dieser beiden Arten besitzen jeweils neun senkrechte Streifen, aber bei S. discus sind der erste, besonders aber der fünfte und neunte Streifen besonders auffällig und/oder breit. Bei S. aequifasciatus hingegen sind die neun Streifen typischerweise gleich breit; außerdem lässt sich diese Art an ihren rostbraunen bis dunkelroten verstreuten Flecken erkennen, von denen nur wenige vorhanden sein können, die sich aber auch über den gesamten Körper erstrecken können oder in seltenen Fällen gar rote Linien aus Flecken bilden oder auf den Analflossenbereich beschränkt sind.
Die dritte Art (S. haraldi) kann die unterschiedlichsten Farben und Muster zeigen. Die Zahl der senkrechten Streifen kann stark variieren (8 bis zu 16), und die Streifenbreite kann ganz unterschiedlich sein, von breit bis sehr schmal. Diese Art ist von den anderen beiden gut zu unterscheiden (die Hybriden zwischen S. haraldi x S. discus unberücksichtigt).
Im zentralen und unteren Amazonasbecken wurden die geografische Verteilung der drei Arten eingehend untersucht: am westlichen Amazonas nahezu in allen Nebenarmen des Solimões und des Marañon bis Iquitos und im östlichen Teil des Amazonas in den meisten Nebenflüssen des Amazonas bis hin zur Mündung.
Die gültigen Namen der drei Arten sind: S. discus - Heckel-Discus; S. aequifasciatus - Grüner Discus; und S. haraldi - Blauer Discus. Bei dem im Aquarienhandel üblichen Namen „Brauner" oder „Gewöhnlicher Discus" handelt es sich um dieselbe Art wie beim „Blauen Discus". Nur bei S. aequifasciatus zeigt sich eine Übereinstimmung zwischen genetischen und morphologischen (Farb-) Merkmalen; hingegen sind einige Exemplare, die man phänotypisch S. haraldi zuordnen würde, genetisch gesehen zur Klade S. discus zu zählen. Nur durch weitere Untersuchungen mit Hilfe von radioaktiven DNA-Markern wird man die Evolution der phänotypisch uneinheitlichen S. „discus”-Klade klären können.
 


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