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 Calcium / Kalzium

(1 Thema)

Frage (24. August 2006):

Ich besitze ein 200 Liter Meerwasseraquarium, bei dem es mir nicht möglich ist, sowohl den Calciumgehalt als auch die Konzentration des Magnesium in den üblichen Bereich von rund 400 mg/l (für Calcium) und rund 1300 mg/l (für Magnesium) aufrechtzuerhalten.

Vor ungefähr einem Monat hatte ich bemerkt, dass der Calciumgehalt bei rund 200 mg/l und der Magnesiumwert bei rund 800 mg/l war. Ich habe dann Kalkwasser eingesetzt und etwas später Calciumchlorid. Leider konnte ich mit beiden Methoden nicht das erhoffte Resultat erzielen. Eine Woche später stellte ich fest,  dass der Korallensand des Aquariums verbacken und hart wie Beton war. Ich habe ihn darauf hin entfernt und lediglich eine Schicht unter dem Aufbau, der aus Lebenden Steinen besteht, zurück gelassen. Am folgenden Tag war der Calciumgehalt auf einen Wert von 300 mg/l gestiegen, der Magnesiumgehalt hatte sich auf  900mg/l eingependelt. Diese Werte von mir dadurch erreicht, in dem ich täglich 15 ml C-Balance benutze und das verdunstete Wasser durch Kalkwasser ersetze. Leider haben sich die Werte seither nicht mehr geändert und auch ein regelmäßig durchgeführter Wasserwechsel blieb erfolglos. 

Die Wasserwerte sind: Nitrit 0 mg/l, Nitrat 0 mg/l, Phosphat 0.1 mg/l, KH 11° , Calcium 340 mg/l, Magnesium 900 mg/l, Salinität 1.023, pH-Wert:  morgens 8.3 und abends 8.5, Temperatur  26 °C.

Antwort:

Zunächst möchte ich auf einen Beitrag von Paul Müller verweisen, der unter folgendem Titel erschienen ist:

Müller, P. (2001): Stichwort „Magnesium“ – Zur Bedeutung in der Korallenriff-Aquaristik. 35(5), 39-44 da_05_01

Hier finden sich viele Informationen über den Zusammenhang von Magnesium und Calcium und die damit verbundenen etwaigen Probleme. Sehr interessant ist die folgende Formel, die es ermöglicht, den Magnesiumgehalt zuverlässig zu erhöhen:

Zunächst wird der Magnesiumgehalt des Aquarienwassers ermittelt. Liegt er unter 1300 mg/l sollte er gezielt erhöht werden. Zur Berechnung der dazu benötigten Menge des jeweiligen Magnesiumsalzes sind folgende Formeln anzuwenden:

AxBx0,00124=C

AxBx0,0073=D

In den Formeln bedeuten:

A = fehlende Menge an Magnesium im Aquarienwasser in mg/l;

B = Aquarienvolumen in Liter;

C = nachzudosierende Menge an Magnesiumsulfat-Heptahydrat in g;

D = nachzudosierende Menge an Magnesiumchlorid-Hexahydrat in g.
 

Misst man z. B. 1100 mg Magnesium/l in einem Aquarium das 600 Liter Wasser enthält, so muss man 200 x 600 x 0,00124 = 148,8 g Magnesiumsulfat-Heptahydrat und 200 x 600 x 0,0073 = 876 g Magnesiumchlorid-Hexahydrat zugeben. Die benötigte Menge der Magnesiumsalze wird dann in Osmosewasser gelöst (maximale Löslichkeit ca. 1500 g Salz auf 1 Liter) und über mehrere Tage verteilt dem Aquarienwasser zugegeben. Dies kann über die Dosierautomatik zum Nachfüllen des verdunsteten Wassers geschehen.


Eine weitere Möglichkeit Magnesium nachzudosieren, besteht durch einen „Kalkreaktor". Durch Zugabe von Dolomitgestein in den Kalkreaktor kann gelöstes Magnesium produziert werden. Dolomit besteht aus Calcium-Magnesiumcarbonat.

Weiterhin war Paul Müller so freundlich die Frage wie folgt zu beantworten:

Bei so geringer Magnesiumkonzentration kommt es erfahrungsgemäß häufig zum Calcium-Abfall, durch Ausfällung von Calcium-Karbonat ( Verfestigt dann den Bodengrund).

Mein Vorschlag:

a) Magnesium mit Magnesiumchlorid-Hexahydrat ( benötigte Menge ausrechnen, ich schätz mal, dass etwa 1,5 kg notwendig sind!) auf ca. 1350 mg/l erhöhen.
b) Dichte erhöhen. Oft stimmen die Dichte-Werte nicht, wenn mit einer Spindel gemessen wird. Ich würde auf 1,025 gehen.
c) Falls immer noch zu geringer Calcium-Wert, diesen mit Kalziumchlorid-Dihydrat erhöhen auf ca. 420 mg/l.
d) KH auf ca. 6 bis 8 abfallen lassen.

Der pH-Wert sollte dann auch etwas abfallen, was die Ausfällung von Calcium verhindert.

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Collospongia auris

Blauer Ohrenschwamm

Por1-1_Collospongia_auris_081006

(1 Thema)

Frage (08. Oktober 2006):

Welche Möglichkeiten gibt es, den Blauen Ohrenschwamm aus meinem Aquarium zu entfernen? Gibt es Tiere die diesen Schwamm fressen oder wenigstens bei seiner Ausbreitung behindern?

Antwort:

Es soll einen Seestern geben, der den Ohrenschwamm frisst. Dieses wurde vor einiger in der Fachzeitschrift Der Meerwasseraquarianer publiziert. Leider ist diese Angabe bisher nicht bestätigt worden. Der Seestern heißt Linckia multiflora.

Stüber, D. (2001): Pro & Contra: Schwämme im Aquarium. Der Meerwasseraquarianer 5(2), 40-49 ma_2-2001

Ansonsten habe ich den Ohrenschwamm Collospongia auris dadurch in Bedrängnis bringen können, dass sämtliche Strontium- und Jodgaben unterlassen wurden. Der Schwamm wurde nach einigen Wochen löchrig und ist dann langsam zerfallen.


Da der Schwamm Blaualgen enthält, mit welchen er eine Symbiose eingeht, wäre es nicht sonderlich ratsam, den Schwamm in großen Mengen auf einmal herauszureißen.  Ein mir bekannter Meerwasseraquarianer hat dieses getan und dabei fast seinen gesamten Tierbestand verloren. Es ist also Vorsicht geboten.

[C-FAQ]

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